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Friday, 26.08.2016

Belegschafts-Buy-Outs

Im Gegensatz zu Management-Buy-Outs, für die zahlreiche theoretisch und empirisch fundierte Untersuchungen vorliegen, wurden Belegschaftsunternehmen und Belegschafts-Buy-Outs in Deutschland nur vereinzelt untersucht. Als Folge ist ein Mangel an theoretisch und empirisch fundiertem Wissen über Belegschaftsunternehmen und Belegschafts-Buy-Outs zu beklagen. Der Mangel an fundiertem Wissen ist aber nicht nur aus Sicht der Wissenschaft sondern auch aus Sicht der Praxis zu beklagen. 

Allen voran potenzielle Buy-Out-Belegschaften haben ein fundamentales Interesse daran, die Entwicklung von Unternehmen zu kennen, die durch einen Buy-Out in das Eigentum von Belegschaften übergegangen sind. Es ist sicherlich nicht leicht, ein Unternehmen gemeinschaftlich zu übernehmen und erfolgreich zu führen. Umso wichtiger ist daher jede Information über erfolgreich im Wettbewerb stehende Belegschaftsunternehmen, aber auch über konkrete Gründe für ihr Scheitern.

Vor diesem hier nur kurz skizzierten Hintergrund verfolgen Johannes Blome-Drees und Reiner Rang mit finanzieller Unterstützung der Hans-Böckler-Stiftung mit dem Projekt das Ziel, das für einen erfolgreichen Belegschafts-Buy-Out und ein nachhaltiges Überleben von Belegschaftsunternehmen notwendige Wissen zusammenzutragen und in verwertbarer Form aufzubereiten. Die Studie wurde 2013 abgeschlossen und liegt seit Juli 2014 in der Reihe "edition der Hans-Böckler-Stiftung" vor. Weitere Informationen zur Veröffentlichung auf der Seite der Hans-Böckler-Stiftung

In der Folge ist die Durchführung einer eingehenden empirschen Untersuchung von ausgewählten erfolgreichen Belegschaftsunternehmen geplant.

Allgemeine Betriebswirtschaftslehre

Glossar betriebswirtschaftlicher Begriffe 

Bilanzierung und Abschreibung, Balanced Scorecard und Benchmarking. Das alles sind Begriffe die tagtäglich im betrieblichen Alltag auftauchen. Betriebswirtschaftliches Grundwissen ist sowohl für Interessenvertreter als auch für manche Berufsbereiche Voraussetzung für eine effektive Arbeit. 
Betriebliche InteressenvertreterInnen müssen auf gleicher Augenhöhe mit dem Arbeitgeber verhandeln können, um ihre Rechte durchzusetzen und um konstruktive Lösungen festzulegen.
Andere Beschäftigungsgruppen benötigen betriebswirtschaftliches Know-how, damit sie in ihrem Arbeitsalltag Zusammenhänge neu erschließen und entsprechende Maßnahmen ergreifen können.
Aufbau und der klare Inhalt sollen das Glossar für alle Interessierte zu einer wertvollen Arbeitshilfe machen. Zu bestellen über den Shop der IG BCE.

Reihe "Betriebswirtschaftslehre für Praktiker"

In der Reihe der Chemie-Stiftung Sozialpartner Akademie (cssa)  "Betriebswirtschaftslehre für Praktiker" sind mittlerweile vier Bände erschienen, die bei der CSSA gegen eine Schutzgebühr bestellt werden können. Die Broschüren wurden und werden gemeinsam von den Heinz Schmitt und Reiner Rang geschrieben.

Band 1: Grundlagen - Der Jahresabschluss

Mittels eines Beispielunternehmens werden die Grundbegriffe betriebswirtschaftlichen Handelns vorgestellt: Was motiviert die handelnden Akteure im Unternehmen? Was sind die elementaren Begriffe und Funktionen im Rechnungswesen? Wie werden Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Betriebsergebnis, Kennzahlen und Cash-Flow erreicht und dargestellt?

Diese Grundlagen werden in Beispielen und allgemeinverständlich präsentiert. Darüber hinaus werden die folgenden Fragen beantwortet: Wie wirken sich betriebswirtschaftliche Maßnahmen auf die Ergebnisse aus? Hier werden Wirkungszusammenhänge dargestellt und begreifbar gemacht. Welche Vorgänge im Betrieb verdienen aus Sicht von Beschäftigten besondere Aufmerksamkeit?

Band 2: Kosten- und Leistungsrechnung, Controlling

Dieser Band erschien im März 2011 und stellt aufbauend auf Band 1 die Abgrenzung zwischen internem und externem Rechnungswesen im Betrieb dar. Fragen die geklärt werden lauten: Wie unterscheiden sich veröffentlichte von internen Zahlenwerken? Wie erfolgt die Preiskalkulation und Angebotserstellung nach einer klassischen Kosten-Leistungsrechnung?  Es werden kurzfristige Erfolgsrechnungen und was Mitarbeiter aus den Monats- und Quartalszahlen herauslesen können erläutert. Darstellung und Erläuterung erfolgt anhand von Praxisbeispielen. 

Band 3: Strategie fürs Unternehmen

Dieser Band geht der Frage nach, wie und warum Unternehmen eine eigene Strategie verfolgen (sollten). Neben Methoden der langfristigen Strategieermittlung und –formulierung, geht es vor allem darum, Nicht-Kaufleuten einen Einblick in die betriebswirtschaftlichen Denk- und Entscheidungsmuster zu geben. Im Zentrum steht dabei ein Beispielfall aus der chemischen Industrie. Ziel ist die Darstellung der aktuellen Werkzeuge strategischer Planung und Unternehmensführung.

Band 4: Finanzierung und Investition

Dieser Band ist ganz aktuell erschienen und soll dem Leser verdeutlichen, wie und wo Unternehmen ihr Geld für Investitionen und Projekte erwirtschaften. Es wird aufgezeigt, anhand welcher Rechenverfahren entschieden wird, ob und welche Investitionsprojekte durchgeführt werden. Welche Möglichkeiten zur Unternehmensfinanzierung gibt es, was sind die wesentlichen Parameter bei der Kreditvergabe durch Banken? Gibt es nachhaltige Konsequenzen aus der jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrise? Jeweils eigene Kapitel bilden die Themen Mitarbeiterkapitalbeteiligung und Insolvenz.

Band 5: Personal und Organisation

Der letzte Band der fünfbändigen Praktiker-Reihe stellt Personalgewinnungs-, führungs- und -entwicklungskonzepte vor. Darüber hinaus werden wichtige betriebliche Organisationkonzepte vorgestellt. Dieser Band ist im Januar 2014 erschienen.

Auswirkungen von Private Equity Firmen auf die Beschäftigung

Zusammen mit Dr. J. Blome-Drees von der Universität Köln hat Reiner Rang zahlreiche Fallstudien zur Auswirkung von Private Equity Investitionen in Unternehmen auf die Beschäftigten im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung durchgeführt. Die veröffentlichten Studien basierten immer auf leitfadengestützten Gesprächen mit betrieblichen Interessenvertretern. Es ist geplant, die Studien von Fall zu Fall zu aktualisieren.

Die Fallstudie Berliner Verlag zeigt die Folgen der Übernahme des traditionsreichen Berliner Verlags durch Mecom und die Reaktion der Beschäftigten darauf.

Bei dem Spielzeugeisenbahnhersteller Märklin waren es untypischerweise nicht die Eigentümer, die sich aktiv für den Unternehmensverkauf an Finanzinvestoren eingesetzt haben, sondern Betriebsrat und Belegschaft. Aufgrund der Insolvenz Anfang 2009 wurde die Fallstudie aktualisiert.

Der Fall Edscha macht deutlich, dass der erste Einstieg eines Finanzinvestors ins
Unternehmen für Beschäftigte und Unternehmen häufig viele positive Entwicklungen
fördern kann, während ein anschließender Secondary Buy Out sehr viel kritischer zu sehen ist.

Der Fall Grohe zeigt ebenfalls, dass die Risiken für das Zielunternehmen mit jedem weiteren Verkauf grundsätzlich zunehmen. Steigende Kaufpreise, wachsende Verschuldung und eine Verschlechterung der Branchenkonjunktur haben das vorher stabile Unternehmen in die Krise geführt.

Kolbe-Coloco ist ein Beispiel dafür, dass die Übernahme eines
mittelständischen Familienunternehmens durch einen ausländischen Finanzinvestor
nicht notwendigerweise mit negativen Folgen für das Unternehmen und seine
Mitarbeiter einhergehen muss.

Der Fall Peguform zeigt, dass Private Equity sowohl positive als auch negative Folgen
für das Zielunternehmen mit sich bringen kann, je nach dem, welcher Investor kauft
und welche Strategien er anwendet.

Die beiden Alteigentümer der Hamburger Morgenpost (MOPO), Hans Barlach
und Josef Depenbrock, haben die Zeitung zunächst restrukturiert und saniert,
um sie anschließend an eine Gruppe ausländischer Finanzinvestoren zu verkaufen.

Die Private Equity-Gesellschaften Cinven und Candover erwarben 2003 die wissenschaftliche Verlagsgruppe BertelsmannSpringer von der Bertelsmann AG. Zusammen mit der im selben Jahr gekauften Kluwer Academic Publishers firmierten sie das Unternehmen um in Springer Science+Business Media (Springer SBM).

Die Belegschaft der Mobilcom AG hat sich erfolgreich gegen die schuldenfinanzierte Auszahlung einer Sonderdividende an den Finanzinvestor Texas Pacific Group (TPG) gewehrt: Bis 2010 darf sich der Eigentümer solche Zahlungen nur gegen Nachweis einer nachhaltigen Belastungsfähigkeit der Gesellschaft auszahlen lassen.

Das Potential der Cewe-Color Gruppe, deren geringe Verschuldung und die hohe Liquidität
lockten 2005 zahlreiche aktivistische Investoren und Hedgefonds an. Der Vorstand wiedersetzte sich deren Versuchen höhere Ausschüttungen bzw. Sonderdividenden durchzusetzen. Die Mitarbeiter und ihre betrieblichen Interessenvertreter stellten sich in zahlreichen Aktionen hinter die Aktivitäten des Managements, auch wenn sie sich keine Illusionen über einen lang anhaltenden Wandel in den Beziehungen gemacht haben.

Ältere Veröffentlichung

In zwei Untersuchungen für die Hans-Böckler-Stiftung untersuchte Reiner Rang die Qualität der Lageberichterstattung deutscher Unternehmen. Dabei standen neben großen, börsennotierten Konzernen auch kleinere Unternehmen wie Flughäfen im Fokus der Auswertung. Während die Studie von 2004 zum Teil große Mängel offenbarte, hat sich die Qualität der Lageberichterstattung zwei Jahre später überwiegend verbessert.